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Nicolas Sparks: Weit wie das Meer

Wie oft schon war die See Leitmotiv von Liebesgeschichten oder Sinnbild von Sehnsucht? Nicolas Sparks schreibt ihr in seinem Werk die Rolle eines Boten zu, eines Briefträgers, der eine tragische Liebesgeschichte entfacht. Dieser Dienstbotengang wird während der gesamten Geschichte im Hintergrund aufrecht erhalten und rundet den Handlungsprozess ab.

Mit seiner einfühlsamen Art erschafft Sparks eine Erzählung, die mit wenig Figuren auskommt, aber eine intensive, charakterliche Tiefe zeigt. Das Hörbuch, auf welches sich diese Rezension bezieht, wird von Ulrike Kriener gelesen. Sie bemüht sich die beschrieben Emotionen durch ihre Stimme zu transportieren.

Der Erzählstil wird durch an einigen Stellen durch die Briefform aufgelockert. In diesen Momenten kommt die ganze Tragweite des physiologischen wie psychologischen Zustandes Garrets wieder. Besonders die verschiedenen Motive, die Theresa und ihn antreiben, treffen immer wieder zum Machtkampf aufeinander.

Leider werden Theresas Motive relativ spät tiefgründig erläutert, was ihr zuweilen eine Spur Antipathie verleihen kann. Dieser Umstand – gepaart mit der Tatsache, dass die Ereignisse im Leben der Protagonisten schnappschussartig entwickelt werden, macht an einigen Stellen den Eindruck einer etwas gehetzt wirkenden Handlungsentwicklung.

Dennoch kann man darüber hinwegsehen, erlebt man erst das bittersüße Ende eines ebenso liebevollen wie verzweifelten Wagnises, das eigene Leben in den Griff zu bekommen.

Nicholas Evans: Im Kreis des Wolfs

Selten findet man in der Unterhaltungsliteratur eine detailreichere Beschreibung von Charakter und Instinkt bei Tieren. Evans, der Autor des “Pferdepflüsterers”, vermag seinen Stil auch auf den Wolf zu übertragen. Mit tiefem Einblick in diese vermenschlichte Intelligenz beginnt er eine detailreich gezeichnete Liebesgeschichte, in der Spannung und Konflikt vorprogrammiert sind.

Während der Handlung flammen dabei immer wieder Momente des – unserer Vorstellung möglicherweise romantischen – Trapperlebens auf und einige Klischees, wie das des einfachen, ruppigen Farmers, zwängen sich Verzeihung erhaltend in das Problemkaleidoskop der beiden Hauptcharaktere.

Obwohl sich die Story nur langsam entwickelt und ein Großteil der vielen Personen ohne Hintergrund bleibt, weil sie nur auftreten um gewisse Konflikte zu vertiefen, ist das Gesamtbild der Handlung stimmig.

Schade nur, dass die titelgebenden Wölfe mit fortschreitender Handlung unter der Liebesgeschichte langsam verblassen. “Im Kreis des Wolfs” nutzt Gevatter Isegrim als bildgewaltige Kulisse für eine Reise in eine abenteuerliche Vergangenheit.

Schade auch, dass sich einige der Trapper-Weisheiten nicht zuhause anwenden lassen. Das sollte dem Lesevergnügen dennoch keinen Abbruch tun.

Evans, Nicholas: Im Kreis des Wolfs. 1998. 978-3404151714 Bertelsmann Verlag